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Den Roman habe ich mir im Frühling 2013 gekauft. Da ich ihn schon lange immer wieder in fast jeder Bücherei gesehen hatte, entschloss ich mich nach kurzem Check des Klappentextes zum Kauf – dass ich hier nicht viel falsch machen konnte, war mir durch den Hype rund um die Millenium-Trilogie eigentlich eh schon klar. Es lag trotzdem aus Zeitgründen erstmal eine ganze Weile ohne Beachtung bei mir im Bücherregal, denn ich musste erst noch anderen Lesestoff durchackern :-). Vor zwei Wochen war es dann doch soweit. Ich begann zu lesen!

Zum Inhalt von „Verblendung“

Mikael Blomquist, seines Zeichens Wirtschaftsjournalist und Mitbegründer der Zeitschrift „Millenium“, befindet sich im freien Fall. Sein vorgeblich wasserdichter Enthüllungs-Artikel über einen Industriemagnaten namens Wennerström erweist sich als nicht hinreichend belegbar. Dies führt zu einer Gerichtsverhandlung mit anschließender Verurteilung, die nicht nur ihn, sondern auch seine Zeitschrift „Millenium“ in eine tiefe Krise stürzen. Er hat sich anscheinend mit dem falschen Gegenspieler angelegt. Inmitten dieses Dramas erhält er ein interessantes Angebot aus dem Norden. Henrik Vanger, früherer Chef des international agierenden Vanger-Konzerns, bittet ihn um seine Hilfe. Er soll einen mysteriösen Vorfall innerhalb seiner Familie untersuchen, der nun schon seit über dreißig Jahren nicht aufgeklärt ist. Es geht dabei (natürlich) um Mord.

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Beinahe zur gleichen Zeit wird Lisbeth Salander, als Ermittlerin einer Sicherheitsfirma tätig, im Rahmen der Durchleuchtung von Blomquist gleichfalls auf den Fall Henrik Vanger aufmerksam. Sie wird zwar offiziell wieder von dem Auftrag entbunden, ihr Interesse aber wurde geweckt – und einen Auftrag nicht zu beenden, ist einfach so gar nicht ihr Ding.

Zur Aufmachung:

Verblendung umfasst im Tasachenbuch-Format knapp 690 Seiten. Das schein eventuell auf den ersten Blick abschreckend zu sein, der Roman liest sich aber wirklich sehr klar, leicht und flüssig. Der Schrifttyp ist nicht zu klein gewählt und auch die Einteilung der Kapitel ist sehr gut gelöst. Die einzelnen Kapitel sind dabei in zahlreiche Unterabschnitte geteilt, und so kann man zu jeder Zeit mit dem Lesen pausieren und verliert trotdem nicht die Übersicht.

Kritik zu „Verblendung“ von Stieg Larsson

Zunächst einmal: Es ist ein Krimi. Das mag jetzt niemanden allzu sehr überraschen. Doch wie das mit Kriminalromanen so ist – liegt auch hier in der Ruhe die Kraft. Das fällt bereits auf den ersten Seiten auf. Keine harte Eröffnungssequenz, sondern eine kleine Einführung in das Thema Wirtschaftskriminalität, und erst anschließend ein Heranwagen an den eigentlichen Schwerpunkt der Story: Die Familie Vanger und ihr mysteriöser Vorfall aus der Vergangenheit. Ich muss gestehen, dass mich die Verhältnisse der Vangers beinahe wahnsinnig gemacht haben. Jedoch sind sie für die Lösung des Rätsels sehr wichtig – es empfiehlt sich darum, hin und wieder mal im beigefügten Stammbaum der Fsmilie nachzuschauen.

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Die beiden parallel laufenden Handlungsstränge von Blomquist und Salander, die sich nach einiger Zeit miteinander überschneiden, sind super umgesetzt. An Eintönigkeit ist dadurch in keinster Weise zu denken. Auch hat Stieg Larsson den beiden Charakteren wirkliche Tiefe verliehen, wodurch man schnell Sympathien zu den beiden ungleichen Ermittlern entwickelt.

Richtig in Fahrt kommt Verblendung jedoch erst so richtig aber Mitte des Buches. Wenn aus dem bisherigen Krimi an vielen Stellen ein echter Thriller wird und die Lösung immer näher kommt. Diese rasante Entwicklung hält dann bis zum Ende des Romans an – das natürlich ganz im Stile einer Trilogie mit einem echten Cliffhanger endet und ein paar Fragen für den nächsten Teil der Reihe offen lässt.

Fazit:

Ein wirklich perfekter Krimi aus dem kühlen Schweden und zu Rcht einer der erfolgreichsten skandinavischen Krimis überhaupt. Pflichtlektüre für jeden Fan und den Verfilmungen auf jeden Fall deutlich überlegen! Ausgesprochen atmosphärisch, spannend und intelligent sowie mit zwei Hauptfiguren, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.